Windschattenschlacht der superlativen

Circuit-Dijon-Prenois-LuftbildSenf gibt es seit 2009 nicht mehr

Warum fährt man über 800 Km nach Dijon in Frankreich?

Die Region Burgund könnte auch das Sauerland sein. Am Senf liegt es auch nicht, es die Rennstrecke. Die geilste Achterbahn, die ich kenne. Der Circuit de Dijon- Prenois. Bei der Einfahrt ins Fahrerlager stellen Ingo und ich fest, dass es jede Menge freien Platz gibt.

Hinten links sehen wir die GTT Fahrer und stellen uns dazu. Schnell wird klar, dass wir 14 Fahrer sind und davon die meisten schon den ganzen Tag am Trainieren sind. Ingo sieht sich schon jetzt klar im Nachteil, aber abwarten. Die beiden anderen Kollegen vom VDS Racing Team, Yannick und Cedric, sind aus finanziellen Gründen Zuhause geblieben, na gut, sind ja beide noch Studenten. Aber in zwei Monaten gibt´s keine Ausreden mehr, dann sind beide (hoffentlich) gute bezahlte Maschinenbauingenieure. Auch Uwe Seitz und René Raub sind erst Freitagabend da. Steve lässt sich von einem Instruktor

die Line zeigen und Nick fährt mal wieder allen davon. Das kann ja heiter werden. Wir belassen es bei einer Streckenbegehung am Abend und freuen und bei leckerem Fleisch vom Grill auf den morgigen Tag.
Die Streckenbedingungen sind perfekt, nicht nur die Temperaturen, auch der Asphalt ist perfekt dazu hat die Strecke noch digitale Displays für Flaggensignale. Dann mal raus zum ersten Zeittraining. Ich kenne die Strecke noch aus 2014 und gebe gleich Gas. Ist das geil hier. Nicht wie in Zolder, dieses ewige runterbremsen fast bis zum Stillstand und dann wieder voll beschleunigen, hier ist es total flüssig und es geht mächtig rauf und runter. Selbst schuld, wer hier noch nicht gefahren ist. Auch Ingo ist nach dem ersten Eindruck total begeistert. Im Q2 fallen die Zeiten nochmal und die Startaufstellung überrascht mich. Steve vor Marlon auf 4, dann Uwe Seitz, Nick, René und ich auf Pole. Ingo ist auf 10, eine Tausendstel hinter Michael Bach. Natürlich mache ich mir Gedanken wie das wohl ist mit, 6 Zehntel Vorsprung auf René ins Rennen zu gehen. Wenn ich jemals eine Chance habe ein Rennen zu gewinnen, dann jetzt.
Auf Pole stehend schaue ich zur Ampel und Denke nur daran, bloß keinen Frühstart abzuliefern, wie in Schleiz. Ampel Rot….aus und Los! René lässt es deutlich schneller in die erste rechts reinlaufen und biegt als erster ab. Dadurch fährt er zwar einen weiten Bogen, aber zum innen durchfahren reicht es bei mir nicht. Aber ich kann ihm dicht folgen. Ich kann ihm folgen? Seit wann das denn? Er kann auch nicht wegfahren und so kommen René, Nick und ich im Dreierpack auf Start/ Ziel. Eine ca. 1 Km lange Gerade die auch noch ansteigt. Da geht unseren Moppeds auf der Hälfte die Luft aus der Rest ist Langeweile oder Windschattenspielchen. Wir drei haben uns für Spielchen entschieden und so ist der letzte am Anfang der Geraden garantiert der erste am Ende. Der Zielstrich ist eher gegen Ende der Geraden, das sorgt für Spannung, oder auch „die Supershow der Lightweigts“:

In der letzten Runde läuft für alles wie geplant. Ich komme als zweiter auf die Gerade, vor mir René, hinter mir Nick. Von weitem sehe ich das Display auf dem 1 Lap steht. Direkt am Hinterrad von René vergesse ich vor Aufregung in den 6. Gang zu schalten. Merke es aber es als der Begrenzer einsetzt. Egal, scheint ja erst die vorletzte Rund zu sein. Jetzt schalte ich in den 6. Und in dem Moment springt das Display auf „Zielflagge“ um. Das wird nix mehr. René gewinnt, ich zweiter, Nick dritter. Nick ging es wie mir und hat mich extra nicht überholt da es ja erst die „vorletzte“ Runde war. Da haben wir uns mächtig verzockt. Aber es war ein cooles Rennen. Steve hatte einen Frühstart und bekam 20 Sekunden Zeitstrafe. Beide Rennen hat Marlon gefilmt:
https://www.youtube.com/watch?v=erY5A8MHAYg

https://www.youtube.com/watch?v=mYJ8lnxK17U

Das zweite Rennen bot die gleiche Spannung für uns drei wie schon zuvor in Race 1. Steve ist leider am Ende der ersten Runde gestürzt, bis dahin war er dicht hinter uns. Die Windschattenschlachten waren schon recht witzig. Dicht an dicht und jeder von uns dreien war auf dem Start/ Zielstrich mal erster. Dann plötzlich rote Flagge, Rennabbruch. Martin Völler hatte einen Überschlag übers Vorderrad hingelegt und ist mit dem Kopf auf den Asphalt Aufgeschlagen. Zum Glück sah es wohl schlimmer aus, als es wirklich war. Keiner von uns drei wusste bis kurz vor der Siegerehrung, wer gewonnen hat. Keine Ahnung, wer in der Runde vor dem Abbruch die Nase vorn hatte. Diesmal war ich der Glückliche, Nick zweiter, René dritter.

Ingo hat jedenfalls eine neue Lieblingsstrecke mit Dijon und ist damit unter den Angereisten einer Meinung, Dijon ist geil! Hockenheim wir kommen….

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