Uwe erzählt vom Sachsenring

sachsenring_omega_kurve_05Am Sachsenring kann man Motorrad Fahren und Tetris spielen. So ein volles Fahrerlager gibt es wohl nur hier. Es ist Freitagnachmittag und die Veranstaltung von Bike Promotion ist voll im Gange. Die DRC und DLC Fahrer sollen aber erst gegen 18 Uhr ins Fahrerlager reinfahren, da sonst gar nix mehr geht. Also warten wir bis die „Tagesgäste“ sich bequemen endlich abzuhauen und wir aufbauen können. Da ich schon recht früh mit dem PKW angereist bin kann ich noch eine brauchbare Fläche für die GTT Fahrer reservieren, aber für alle wird es nicht reichen. Also spielen wir Tetris mit unseren Fahrzeugen im Fahrerlager. Gegen 20 Uhr sind nun auch Yannick und Cedric da und bauen auf. Natürlich sind die Beiden gespannt, was der sagenumwobene Sachsenring zu bieten hat und wir starten sogleich die Streckenbegehung. Aha, das ist also das Omega, dann links, links und links und wieder links. Ganz einfach, wenn man die Kurven sehen würde, aber der Sachenring mag es gerne blind. Hier sollte man genau wissen, wann man wo, mit wieviel Speed einlenkt. Dabei geht es noch kräftig rauf und runter. Das haben die beiden bei youtube wohl nicht so richtig erkannt. Anschließend Grillen, das ein oder andere Bier und ab ins Bett. Morgen wird´s lustig.
Natürlich sind Yannick und Cedric nicht die einzigen Frischlinge hier. Aber mit gerade einmal 21 Startern ist die Moto Lightweight Klasse nicht gerade stark besetzt. Darunter sind auch Jens Voggeneder, der eine GTT Pause einlegt und Neuling Mike von der Insel.
Das erste Zeittraining beginnt und die Rundenzeitenunterschiede sind gewaltig. Wie nicht anders zu erwarten ist Renè mal wieder nicht zu bremsen. Uwe Seitz und René sind häufiger hier, das merkt auch an den Rundenzeiten. Ich nehme die Verfolgung von René auf und muss mich dabei richtig reinhängen. Kurz vor der Links auf Start/ Ziel überholt er Wolfgang, ich möchte dranbleiben und habe Wolfgang direkt in der Links vor mir. Auf dem Innencurb sehe ich irgendwie noch Platz für mich, will mich durchquetschen und….finde mich zusammen mit Wolfgang im Kiesbett wieder. Scheisse! Wolfgang is not amused und hält sich den linken Arm. Auf dem Weg ins Medicalcenter haben wir beide ausreichend Zeit über diese Sinnfreie Aktion von mir zu diskutieren. Ich hab nix abbekommen, mein Mopped auch nicht und so geht es zumindest für mich ins zweite Zeittraining. Wolfgang braucht ans Fahren nicht mehr zu denken, weder er, noch sein Material sind fit. Cedric hat sich (ich glaube im Omega…) auf die Nase gelegt aber passiert ist auch nix und so ging es dann an den Start zum ersten Rennen.
Ich stehe auf dem dritten Startplatz, vor mir Uwe Seitz und natürlich René auf Pole. Ampel Rot, aus ….und los. Der Start klappt und ich biege als dritter in die erste Kurve ein. Zu meinem Erstaunen kann ich das Tempo von Uwe und René mitgehen. Für mich als dritter sieht es so aus als führen René und Uwe auf einem Motorrad, so dicht lagen die Beiden Runde für Runde zusammen. Irgendwann kommen die Überrundungen und dank meiner Erfahrung mit Wolfgang im Training überhole ich deutlich vorsichtiger und die beiden kommen 6,5 Sekunden vor mir ins Ziel. Eine Sekunde nach mir Nick und 19 Sekunden später Gordon. Stefan Weidemann hat sich nach der Kartbahnlinks böse wehgetan und ist für den Rest des Wochenendes ausgefallen.
Im Fahrerlager gab es einen langen Stromausfall, daher war alles ein wenig durcheinander und die Reifenwärmer, konnten wir zum zweiten Rennen nicht gebrauchen. Michael Dangrieß von Bike Promotion hat uns eine Warm up lap mehr fahren lassen, damit waren die Reifen auf Temperatur.
Beim Start vom zweiten Rennen kommt Nick von innen und ist vorbei, macht nix denke, das Rennen ist noch lang, also schauen wir mal. Aber es wird immer dunkler. Das Wetter sieht nicht gut aus. Da kommt auch noch Gordon an mir vorbei, jetzt wird es Zeit Gas zu geben. Prima, jetzt fängt es leicht an zu regnen. So ein Mist, aber keiner wird langsamer. Die Rutscher werden mehr und in der schnellen rechts versetzen beide Räder. Jetzt reicht es mir. Ich muss langsamer machen. Jetzt noch volle Pulle bergab in die links…und da passiert es. Gordon stürzt übers Vorderrad. Mitten in der Kurve regnete es richtig. Dummerweise rutscht er mir genau in meine Linie. Ich fahre ungebremst ins Kiesbett und muss am Ende das Motorrad auf die Seite legen um nicht im Fangzaun zu landen. Gordon kommt sichtlich benommen aus dem Kies, so ganz unbeschadet scheint er nicht zu sein. Mir geht´s zum Glück besser als meinem Motorrad. Es folgt der Rennabbruch, der vielleicht etwas spät kam. Wie schon im ersten Rennen wurde René erster, Uwe Seitz zweiter und diesmal Nick dritter. Glückwunsch an alle, die bei diesen Bedingungen ins Ziel gekommen sind.
Cedric ist gute 1:42`er Zeiten gefahren und Yannick 1.44`er. Für Neulinge auf dem Kurs eine echt gute Leistung.
Aufgrund der geringen Starterzahl in der Moto Lightweight sind wir zusammen mit den 250 ccm Zweitakter gestartet, die wieder erwarten deutlich langsamer waren als wir. Daher standen die Krachtüten in der Startaufstellung hinter uns und sind zeitverzögert gestartet worden. Der Sachsenring ist noch immer etwas Besonderes, zumal eine Woche nach uns die MotoGP dort gestartet ist. Ich frage allerdings, warum nur 17 GTT Fahrer vor Ort waren.

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