Das verrückte Wetter in Belgien

Langweilig, einfach nur langweilig. Da gebe ich Gas um rechtzeitig am Donnerstagabend in Zolder zu sein, Wohnwagen aufstellen, Sat Schüssel ausrichten und Fernseher an. Und dann? Gääähn, ist das Fußballspiel Deutschland/ Polen langweilig. Immerhin sind Yannick, sein Papa Michi und Cedric passend zum mitschauen da, aber so toll ist das Programm halt nicht .  

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Als Jack vorbeikommt frage ich ihn, wie es mit einem freien Trainingsplatz für morgen aussieht. Yannick und Cedrik haben schon vorher gebucht und teilen sich den Trainingsplatz. Dann fahre ich mal mit, denke ich so und Jack hat noch Plätze frei, auch weil zwei Belgier heute böse gestürzt sind und nicht mehr fahren können. Aber am nächsten Morgen ist mein Enthusiasmus vorbei. Das Wetter spielt mal wieder nicht mit. Trocken, nass, nur ein bisschen trocken, usw. ich lasse den beiden den Vortritt und wechsele 4 mal das Hinterrad an Yannicks Motorrad. Dafür habe ich 120 Euro gespart und mir mit Michi das Geschehen auf der Piste angesehen.

Am Samstagmorgen war es dann endlich trocken. Genau das Wetter für ein gutes erstes Zeittraining. Erste vorläufige Startreihe Christian K. René und ich. Es läuft also prima, denn es ist zugleich auch die Startaufstellung, da das zweite Zeittraining natürlich wieder nass war.

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Neben den Belgiern waren auch zwei Fahrer der Gladius Trophy dabei. Alexander von Reth und Sascha Schoda. Alexander hat es tatsächlich geschafft seine Gladius zweimal an der gleichen Stelle zu versenken. Respekt! Sascha ist da anders. Er kämpft mit ausgefahrenen Ellenbogen, wie ein großer. Yannick steht auf Platz 17 und Cedric auf Startplatz 23 und der nachgereiste Ingo auf Platz 21.

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Wir sind in Belgien, hier ist alles anders als bei uns. Zur Startaufstellung in der Boxengasse stehen wir ewig rum, bis die Reifen kalt sind. Die Belgier sind da schlauer. Mit Stromgenerator und Helfer haben sie das Problem nicht. Herr Schoda und sein Kumpel sind erst gar in der Startaufstellung, da sie sich die Wartezeit sparen wollten und etwas zu spät da waren und anschießend hinter dem Feld starten durften.

Ampel rot….aus und los! Der Start klappt prima, in der ersten Kurve sind Chris, René und Joel mit seiner super schnellen ER6 vor mir. Irgendwann zieht mit richtig Tempo noch so ein belgisches Mopped an mir vorbei und fährt davon. Diesmal kann auch René nix mehr ausrichten und die zwei Belgier sind auf und davon. Ich schaffe es einfach nicht an Chris vorbei, dafür bin ich zu lahm, bis die ersten Überrundungen kommen. Eine Runde vor Ende bremst Chris recht früh, weil ein Nachzügler im Weg steht. Ich nehme meinen Mut zusammen und bremse beide innen aus und bin vorbei. Glück gehabt. In der Reihenfolge geht es auch ins Ziel. René vor mir und dann Chris. Cedric kommt als 13. Ins Ziel, Ingo als 20. und Yannick als 22. von 37 Startern.

Abends geht’s dann auf die Kartbahn nach Hasselt zum Mini Mopped (Kartbike) fahren. Endgeil!!! Wer das noch nicht erlebt hat, weiß nicht was Driften auf Asphalt bedeutet. Zugegeben, nicht jeder Drift geht gut aus, aber egal, man fällt ja nicht tief. Auch die Großen der Scene wie Nicki Hayden, Livio Loi und andere treffen sich hier regelmäßig um Spass zu haben. Ich bin superstolz über die Tagesbestzeit (37,5), da erfahre ich das Livio hier letzten Dienstag eine 33´er Zeit gefahren ist. Wie bitte geht das, mit gleichem Material?

Zum zweiten Rennen steht die Gladius von Sascha in der Startaufstellung. Diesmal hat er dazugelernt. Wir warten wieder ewig, aber das kennen wir ja. Rot geht aus und ab.

Schon in der ersten links sind Nick, Christian, die beiden Belgier an mir vorbei. Das wird anstrengend denke ich, da zieht noch ein schnelles belgisches Bike an mir vorbei. Auf der Geraden habe ich keine Chance anzugreifen, da fährt sie mir so weit weg das es beim anbremsen auch nicht reicht. Dafür steht mir das Ding in den schnellen Rechtkurven im Weg. So ein Mist! Da bremst sich der Schoda auch noch an mir vorbei. Wir überholen uns mehrfach gegenseitig, bleiben aber hinter dem Belgier stecken. Das Ding ist elend schnell, allerding nur geradeaus. Irgendwann wir es mir zu bunt und setzte alles auf eine Karte. Vor der Schikane hinter dem Hügel lasse ich das Gas ewig stehen und hole die fehlenden Meter auf den Belgier auf. An ihm vorbei steige ich voll auf die Bremse, bin mir aber sicher, nicht mehr einlenken zu können da ich viel zu schnell bin. Wie durch ein Wunder klappt es aber und bin vorbei. Jetzt aber Gaaaas! Sonst überholt er mich locker auf der nächsten Geraden. Bei freier Fahrt bin ich jetzt 1,5 Sekunden schneller pro Runde. Nick und Chris sind mittlerweile uneinholbar weit weg für mich  und so komme ich hinter Chris, Nick und René als 4. Ins Ziel. Sascha schafft es bis Rennende nicht am Belgier vorbei und wir 5. in unserer Klasse. Cedric wird 17. Ingo 21. und Yannick 25. Alles ist heile geblieben und für das VDS Racing Team war es ein erfolgreiches Wochenende.

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Es war schade, dass es keine richtige Siegerehrung gab. Alle Fahrer, die um ihre Platzierung gekämpft haben, hätten es verdient gehabt. Das formlose Verteilen der Plaketten ersetzt keine Siegerehrung. Leider habe ich vom Rest des Renngeschehens nicht viel mitbekommen. Gut, Uwe Seitz hat kurz mit Wolfgang Pohler diskutiert, aber 24 Sekunden Rundenzeitunterschied ist ja auch nicht ohne, da kam es wohl bei Überrundungen zu Unstimmigkeiten. Unser 4 köpfiges Racingteam ist fast zeitgleich mit vier Fahrzeugen nach Hause gefahren, das ist wahrer Wohlstand. Trotz Wohnwagen hinterm PKW war ich als erster von uns im Ziel! So muss das sein.     

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