7+8 Lauf der GTT in der Schleiz

Bei stürmischen Winden in den Pausen und bestem Wetter während der Fahrt, ist die German Twin Trophy mit 27 Fahrern am Scheizer Dreieck an den Start gegangen.

Tim Holz als Gaststarter gewann souverän in beiden Läufen. René Raub konnte sich als zweiter behaupten, gefolgt von Felix Klinck im Lauf 7. Im 8. Rennen der Saison schaffte es Nick Weidemann aufs Podest.

Die Ergebnisse wurden nach einem kleinen Fehler korrigiert.

Großen Dank an die drei Gaststarter aus der Gladius Trophy, #63 Kai Uwe Lenz, #27 Ole Bismark und #8 Bastian Dreier, die unsere Veranstaltung als Training für ihren Lauf eine Woche später genutzt haben. Es war ein Match auf Augenhöhe mit den Jungs und schreit förmlich nach Wiederholung.

Anbei die Galerie

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Galerie Schleiz

Leider ging die Veranstaltung der Gladius Trophy eine Woche darauf mit einem tragischen Unfall zu Ende. Nach einem Rennunfall erlag #55 Richard Neumann seinen Verletzungen im Schleizer Krankenhaus.

Unser aufrichtiges Beileid an seine Freunde und Famile.

Vielen Dank an Nick Weidemann der sich mal wieder übertroffen hat,

Vierte Station der German Twin Trophy 2015 in Schleiz (Schleizer Dreieck)     24.-26. Juli 2015; Team gpmoto.de

Schleiz! Das „Schleizer Dreieck“, die älteste Naturrennstrecke Deutschlands und die aus meiner Sicht auch schönste Rennstrecke Deutschlands. Vielleicht das letzte mal?!

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Daher sowieso ein Muss für fast alle German Twin Trophy Fahrer. Wieder mal hatten wir einen weiten Weg vor uns. 580km standen zu Buche. Da wir am Freitag noch trainieren wollten, hatten wir die Anreise auf Donnerstagnachmittag gelegt. Reibungslos hat das Packen und auch die zeitliche Abreise funktioniert! Nicht gerade selbstverständlich ;). So kamen wir also Donnerstagnacht in dem beschaulichen Schleiz an und machten uns in unserem Fahrerlager auf der alten Startzielgeraden breit. Viele andere Teams und Fahrer waren schon vor Ort. Das Bikers Corner-Racingteam mit Marlon Braune #6, Steve Lippert #885 und Andreas Enz # 76 empfingen uns wie immer herzlich … allerdings nicht ganz komplett, da Herbert Höckel alias Herby #75 frischgebackener Vater geworden war und aufgrund dessen -natürlich entschuldigt – fehlte. Herzlichen Glückwunsch noch einmal! Jens Voggeneder #86, der Fünfte im BC – Racingteam kam erst Freitagabend und ließ das Training aus. Auch andere Mitstreiter waren schon da und so ließen wir den Abend nach dem üblichen Aufbauprozedere gemütlich ausklingen. Das Team gpmoto.de hatte mit Mike Wegener #66 eine große Zeltlandschaft aufgebaut, was sich noch als große Herausforderung herausstellen sollte, da der Samstag extrem stürmisch wurde.

Freitagmorgen ging es dann ins Training. 6x 20min. Besonders interessant für unser Teammitglied Gorden Hensel #11, denn er hatte dieses mal zwei Motorräder dabei. Ein komplett neuaufgebautes und das „alte“, beide auch nochmal neu abgestimmt. So ging er also ins erste Training mit dem neuen Bike. Nach anfänglichem „stuckern“ ging die neue SV verdammt gut. Wir drehten also unsere Runden und versuchten, die wunderschöne Strecke wieder neu kennenzulernen. Einfach der Hammer. Diese Strecke hat es in sich. Hoch, runter und in Schräglage anbremsen, alles was das Rennfahrerherz begehrt! Eine Strecke die dem Menschen, aber auch den Maschinen alles, und ich meine wirklich alles abverlangt. „Die Seng geht voll“, heißt es immer so schön und wenn wir mit unseren Zweizylindern da runter brettern, winseln die Motoren

nur so um Gnade. An diesem Tag hatten gerade unsere Kawasaki- Fahrer ausgeprägtes Pech. Christian Kemper # 83, der gerade seine Kawa fertig gestellt hatte, und auch Felix Klinck #18 mussten beide nahezu zeitgleich Motorschäden hinnehmen, die beide auch vor Ort nicht mehr zu reparieren waren.  Für alle anderen verlief der Trainingstag reibungslos. Jedoch hatte ich mein ganz eigenes Problem. Ich fuhr wie schon in Most und in Zolder notgedrungen – Conti konnte nicht liefern – einen Bridgestone Hinterradreifen. Das „Schleizer Dreieck“, Bridgestone und meine SV samt Fahrwerk wurden einmal mehr keine wirklichen Freunde.. So zerstörte ich an diesem Wochenende zwei neue Bridgestone Hinterradreifen, was selbst beim Bridgestone Reifendienst für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. Dazu aber später mehr…

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Am Abend wurde der sonnige Tag wie fast immer mit einem gemeinsamen Grillen abgeschlossen.

Samstag standen dann nur zwei Zeittrainings auf dem Plan, die dann die Startaufstellung bestimmen sollten. Auch an diesem Tag war die Sonne da, jedoch gesellte sich ein heftiger stürmischer Wind dazu. Echt unangenehm, vor allem wenn man den Buchhügel hochkam, wurde man mal eben um (zumindest gefühlte) zwei Meter nach rechts versetzt, genau so auch in der Seng beim Umlegen von rechts auf links. Aber wie heißt es so schön, „Arschbacken zusammen kneifen und durch“! Eier mussten bewiesen werden. So konnten wir alle unsere Zeiten aus dem Training kaum verbessern.

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So landeten Stefan Weidemann #455 auf dem 15., Gorden Hensel #11 auf dem 7. und ich #17 auf dem 4. Startplatz! Das verhieß mal wieder Spannung … zumal mir mein ewiger Startkonkurrent Jens Voggeneder #86 mal wieder direkt im Nacken saß. Ich glaube ja, dass er das extra macht, um mich psychisch in den Wahnsinn zu treiben ;). Schöne Grüße an dieser Stelle!

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Besonders erwähnenswert war die Startposition 6. Hier stand Felix Klinck #18, der von Uwe Seitz #7 einen Ersatzmotor geliehen bekommen hat, den Vater Simon  dann mal eben vor Ort an der Strecke noch eingebaut hat! Das nennt man Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft! Super!

Nach einem kurzen Warm-Up am Sonntagmorgen ging es dann um 10.10 Uhr ins erste von zwei Rennen. 27 Starter, auch drei „Gladiatoren“ aus der Gladius Trophy gesellten sich an diesem Wochenende zur German Twin Trophy. Kai-Uwe Lenz #63, Bastian Dreier #5 und Ole Bismark #27. Es war uns eine Freude! Hat spaß gemacht.

So ging es also ins erste Rennen. Nach Besichtigungs- und Einführungsrunde standen wir alle in den Startlöchern. Das Wetter war übrigens super! Ich hatte immer noch meinen beschi*** Bridgestone Reifen hinten auf der Felge. Nach vielen Veränderungen am Fahrwerk hoffte ich, dass er zumindest das Rennen übersteht. Die Ampel ging auf rot. Aus und ab ging´s. Wow, dachte ich, das war ein super Start! Als dritter bog ich in die erste Kurve, auf einmal jedoch kam ganz außen jemand angeflogen, Uwe Volmari #493…

Mann, wo kam der denn her?! Ich wollte aber vorne nichts abreißen lassen, denn Rene Raub #61 und Tim Holz #49  (sowieso), fuhren vorne schon davon. So konnte ich Platz 3 vorerst halten, das Tempo ganz vorne jedoch nicht ganz mitgehen. Auf einmal hörte ich in Runde 3 ein heftiges Kratzen unter bzw. neben oder doch hinter mir!?!? Direkt unten in der Dorfkurve. Ich blickte mich ganz kurz um. Hmm…Nichts zu sehen… Naja gut, weiter ging’s. Als es dann nach der Schikane wieder gerade aus geht, bemerkte ich, dass meine komplette Verkleidung an der linken Seite gut 30 cm nach unten klaffte. Ok, damit war das Kratzen schon mal aufgeklärt. Mist, dachte ich mir und das so früh im Rennen. Auf den Geraden versuchte ich dann immer wieder die Verkleidung mit aller Macht ans Motorrad heranzuziehen …doch vergeblich. In jeder Kurve kratzte die Verkleidung extrem auf dem Boden. Scheiße, Scheiße, Scheiße… Dadurch total abgelenkt wurde ich langsamer und von Uwe Volmari #493, Andreas Enz #76, Gorden Hensel #11 und auch Jens Voggeneder #86 überholt. In der 5. Runde wurde dann jedoch das Rennen, aus meiner Sicht zum Glück abgebrochen, da Uwe Volmari #493 in der Rechtskurve direkt hinter dem Buchhügel direkt vor mir heftig  abgeflogen war und dabei eine veritable Schneise in das dortige Getreide geschlagen hatte. Vielleicht hat er auch nur noch nach Ersatzteilen geschaut, da er an derselben Stelle schon einmal einen mit einer nicht unerheblichen Kaltverformung seines Mopeds verbundenen Ausflug in die Botanik unternommen hat. Puhh, Uwe blieb zum Glück unverletzt. Es ging also in den Re-Start. Nur wie bekam ich jetzt so schnell wieder die Verkleidung ans halten. Schnell konnte ich mittels Alleskönner „Panzerband“ eben in der Box eines fremden Kollegen provisorisch alles wieder richten. Wieder einmal in der Startaufstellung. Wieder gelang mir ein super Start. Ich konnte mich auf Platz 4 halten, da Andreas Enz #76 dieses mal nicht früher als ich bremste in der ersten rechts nach Start/Ziel. So jetzt aber, dachte ich mir, jetzt versuchst du aber Meter zu machen. Doch schon nach der ersten Runde merkte ich wie der Hinterradreifen nach ließ. Ich kam einfach nicht an Andreas Enz #76 vorbei. Gorden Hensel #11 aber drehte mächtig auf. Er zog vor der „Seng“ an mir vorbei und ging auch rasch an Andreas Enz #76 vorbei. Krampfhaft hingen wir uns an Gorden ran. Der wiederum machte schnell Meter auf Rene Raub #61 gut. Zum Glück waren es nur 5 Runden nach dem Re-Start, doch diese sollten auch erstmal überstanden werden, dachte ich mir. Am Hinterrad von Andreas kam auf einmal eine heftige blaue Wolke in der 4.Runde auf mich zu.?!?! Was ist das denn?! Andreas bremste, denn Gordens Motor hatte sich genau vor uns in der „Seng“ verabschiedet. Ich bemerkte das jedoch erst, als Gorden geradeaus ins Grüne ging. Da Andreas aufgrund des  Motorplatzers bremste, konnte ich etwas knapp, Sorry nochmal, an ihm vorbei gehen. Die letzten 1 ½  Runden konnte ich dann vor Andreas bleiben und ganz knapp somit Platz 3 insgesamt und GTT 2 retten. Einfach nur traurig für Gorden Hensel #11, der endlich mal wieder das Tempo hatte, ganz vorne einzugreifen.

Stefan Weidemann # 455 konnte nach zahlreichen Kämpfen mit einem der „Gladiatoren“ in Gestalt von Ole Bismarck #27 den 16. Platz insgesamt klar machen und in der GTT-Wertung den 13. Platz.

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Um ca. 14Uhr war dann das zweite Rennen angesetzt.

Uwe Volmari #493 war übrigens nach seinem heftigem Abflug wohl auf und konnte sogar zum zweiten Rennen wieder antreten. Gorden Hensel #11 musste auf sein zweites Motorrad umsteigen. Der Motor der

anderen SV war leider komplett hinüber. Schnell mussten noch die Verkleidung, die Räder und auch noch die Gabel umgebaut werden. Hierbei hatten wir große Hilfe aus dem Lager des BC-Racingteam. Der Mann nennt sich selber bei Facebook „Hässlicher Vogel“. Richtig heißt er Chris Kemper, nicht zu verwechseln mit dem Fahrer Christian Kemper #83. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle vom gpmoto.de Team. Somit konnte auch Gorden Hensel #11 ins zweite Rennen starten.

Zum dritten mal ging es also in die Startaufstellung an diesem schönen Sonntag. Die Ampeln gingen wieder auf Rot. Aus und  Hackengas!!!! Wieder erwischte ich einen fast perfekten Start. So langsam hab ich es raus… Ich bog als 3. in die erste Kurve und konnte diese Position auch gut halten. Meine Reifenprobleme waren auch behoben. Gorden Hensel #11 hatte mir mit einem guten gebrauchten Pirelli Hinterradreifen ausgeholfen!  Danke, auch hier nochmal. Vorne war jedoch schnell wieder der Zug abgefahren. Tim Holz #49 und Rene Raub #61 waren auf und davon. Ich versuchte wie immer alles aus meiner SV herauszuholen. Gefühlt gelang mir das auch… Was ich nicht ahnte war, dass Jens Voggeneder #86 mir direkt im Nacken saß und das auch bis zur 3.letzten Runde bis er beim Anbremsen zur letzten Schikane vor Start/Ziel stürzte, da ihm das Vorderrad einklappte. Was ich dann in den Augenwinkeln auch noch sah,war Gorden`s schwarz/gelbe Maschine, die dort ebenfalls abgestellt war. Nein, dachte ich mir. Sind etwa beide gestürzt, Jens und Gorden?! Nein, es sollte sich herausstellen, dass er auch an der zweiten Maschine einen Motorschaden erlitten hatte. Unglaublich! Wieviel Pech kann man denn bitte noch haben?! Naja, daher wollte ich unbedingt umso mehr die gpmoto.de Fahne hoch halten. Ich blickte mich um und sah, dass nur noch Felix Klinck #18 hinter mir war. Also versuchte ich zu pushen. Das gelang mir auch ganz gut. Ich konnte Felix immer auf dem gleichen Abstand halten, bis es dann in die letzte Runde des Rennens ging. Nur noch drei Kurven. Ooh, eine Überrundung ….  HÖ?! Henry Falk #48 … genau in der spitzen Rechts am Ende der Seng lief ich auf Henry auf. Und so kam es, wie es kommen musste. Ich musste innen an Henry vorbei und kam deshalb extrem schlecht aus der Kurve raus. Mit viel mehr Schwung schob sich Felix auf  der Geraden vor der Schikane an mir vorbei. Ich hätte noch einmal beim Anbremsen attackieren können, aber das wäre wohl zu hart gewesen. Auf Start/Ziel ging ich zwar dann noch viel früher ans Gas, kam jedoch nicht mehr aus dem Windschatten heraus. 4. Platz! So ein Mist. Der ganze Kampf bis zuletzt umsonst, dachte ich mir. Ich war richtig sauer. Am Ende musste ich jedoch feststellen, dass es für mich insgesamt ein tolles Rennwochenende war. Gratulation auch nochmal an Felix Klinck #18, der eigentlich schon abgeschlagen war , aber nicht aufgegeben hat und sich den 3. Platz im zweiten Rennen redlich verdient hat.

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Gorden ist somit in beiden Rennen leider ausgefallen ;( Für ihn natürlich ein absolut schwarzes Wochenende!

Es hat riesigen Spaß gemacht und Team gpmoto.de freut sich auf das nächste Rennwochenende in Hockenheim in gut einem Monat. Bis dahin, allen eine gute Zeit.

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Ein großes Dankeschön auch nochmal an alle Sponsoren, Helfer und Veranstalter, ohne die dieser ganze Rennsport gar nicht möglich wäre! Danke insbesondere an motul, Skorpion und natürlich gp.moto.

 

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