Bericht Nürburgring 2013

3. und 4. Seriensportlauf am Nürburgring
Dienstag, 30.04.2013
Kurz nach der Arbeit ging es direkt los. Das Auto und der Hänger waren zum größten Teil schon gepackt und so machten wir uns auf den Weg zum „Heimspiel“ am Nürburgring. Schließlich liegt dieser lediglich 110km von uns entfernt. Nach kurzer Zeit, wir waren ca. 25km gefahren, das erste kleine Drama. Ich hatte meinen Geldbeutel mit allen Papieren und der Lizenz vergessen. Also hieß es umdrehen, Geldbeutel holen und erneut auf den Weg machen. Zum Glück waren wir erst 25km gefahren. Am Nürburgring angekommen, erblickten wir die ersten MTRler, die den Tag schon für Einstellfahrten nutzten. Wir waren mit Wolli und seiner Frau Angi verabredet und so stellten wir uns zu den beiden. Wir mussten diesmal nicht viel aufbauen. Wir begrüßten alle Minitwinler, ich
erledigte noch schnell die Anmeldung und die technische Abnahme und anschließend saßen Katz und ich im Wohnwagen von Wolli um den Abend bei Gegrilltem und Bier gemütlich ausklingen zu lassen.
Draußen regnete es ununterbrochen. Das störte aber niemand von uns. Für den morgigen Tag war trockenes Wetter gemeldet…

Mittwoch, 01.05.2013
Um 8 Uhr hieß es aufstehen und die Maschine für die erste Dauerprüfung vorbereiten. Der Asphalt im Fahrerlager war vom gestrigen Regen bereits getrocknet, doch wie sah die Strecke aus? Ich verschaffte mir schnell ein Bild davon und war positiv überrascht. Hier und da noch feuchte Stellen, aber schon größtenteils abgetrocknet. Super. Ich entschied mich für die Pilot Power. Auch wegen der geringen Lufttemperatur von nur 8°C. Also Felgensatz getauscht, Reifenwärmer drauf und gefrühstückt.
9:30 Uhr, 1. Dauerprüfung
Gemütlich und in aller Ruhe ging ich auf die Strecke raus. Erst mal schauen wo noch feuchte Stellen sind. Natürlich war in der Mercedes Kurve noch komplett feucht, so dass hier erhöhte Vorsicht geboten war. Doch trotz der Nässe fühlte ich mich deutlich wohler als in der ersten Dauerprüfung in Oschersleben. Darauf kann man aufbauen. Runde für Runde fühlte ich mich besser und so beendete ich die Dauerprüfung mit einem sehr guten Gefühl.
11:00 Uhr, 2. Dauerprüfung
Auch für die zweite Dauerprüfung ließ ich noch die Pilot Power montiert. Es war mit mittlerweile 10°C Lufttemperatur nicht wirklich warm. Es lief wie in der 1. Dauerprüfung sehr gut. Ich fühlte mich wirklich gut auf dem Bike und es klappte alles wie ich es wollte. Bis ich nach der dritten Runde wieder auf Start / Ziel einbog. Ich passierte den Scheitelpunkt der Kurve, Blick Richtung Kurvenausgang, ich richtete die Maschine gerade wieder auf und gab Gas und da schmierte mir das Hinterrad einfach weg. Ich rutschte durch die Kurve und kam im Kiesbett liegen. Verdammte Schei*e. Es war mir unerklärlich. Zu heiß konnte der Power nicht geworden sein. Zum einen war ich nicht in Renntempo
unterwegs, zum zweiten war ich erst drei Runden gefahren und außerdem war ich ja schon gar nicht mehr in voller Schräglage. Egal, ändern konnte ich jetzt eh nichts mehr. Die Streckenposten halfen mir sofort und wir schoben die Kiste an die Seite. Während die Dauerprüfung noch lief, versuchte ich schon mal so viele Steine wie möglich aus der Verkleidung etc. zu holen. Ein erster Check ergab, dass nur der Fußbremshebel hinüber war und die Kanzel einige Kratzer mehr bekommen hat. Hier und da noch ein kleiner Riss, aber alles überschaubar. Und warum? Dank der Sturzpads. Die Teile haben mir (leider) schon so oft den Ar*ch gerettet, einfach top die Teile. Ach ja, mir ist auch nicht viel passiert 😉 Ich bin über die Strecke gepurzelt und dabei irgendwie doof mit dem rechten Ellenbogen aufgeschlagen. Der war auch sofort dick und schmerzte ein wenig.
Nachdem die Dauerprüfung rum war, konnte ich auch wieder an meinen Platz im Fahrerlager fahren. Dabei bemerkte ich, dass auch der rechte Stummel verdreht war. Aber das wars dann auch.
Da es mittlerweile 11:25 Uhr war, blieb mir gerade eine ¾ Stunde um das Bike wieder zu richten. Zum Glück waren meine Eltern und mein Bruder zum Zuschauen gekommen, sodass Katz sowie mein Bruder und mein Vater mir zusätzlich halfen. Leider musste ich dann erfahren, dass auch Marlon (#412), im SVrider Forum unter „schnubbi“ bekannt, gestürzt ist. Soweit ging es ihm auch ganz gut doch er wurde mit dem Krankenwagen ins
Krankenhaus gebracht. Verdacht auf Verletzung der Schulter. Es war dann das Schlüsselbein, welches er sich gebrochen hatte. Für ihn war der Nürburgring leider gelaufen. Er kam dann zum Zuschauen wieder. Zum Glück ist nicht mehr passiert. An dieser Stelle nochmal gute Besserung =)
12:30 Uhr, 1. Rennen
Ich wurde genau um 12:15 Uhr mit dem Richten der Maschine fertig. Jetzt noch schnell zur technischen Abnahme und gut ist. Alles war ok und ich fuhr zurück an meinen Platz. Während ich in die Kombi sprang zog ich nochmal für lächerliche 5 Minuten die Reifenwärmer auf. Ich musste den Felgensatz mit den PiPos ja gegen die Rennbereifung tauschen. Da blieb leider keine Zeit, die Reifen gescheit durch zu wärmen. Das sind ja super Vorraussetzungen fürs Rennen…
Ich machte mich dann auf in die Box zur Besichtigungsrunde. Das komplette Feld war schon weg. Ein Streckenposten tippte mit seinem Finger auf sein Handgelenk um mir zu signalisieren „Junge du bist spät“. Danke das weiß ich 😛 Als ich aus der Boxengasse auf di Strecke fuhr hieß es nur noch Gas geben und hinter her brennen. Die Reifen waren überhaupt nicht auf Temperatur, von daher gilt Schleichen nicht. Als ich wieder auf Start / Ziel einbog standen schon alle auf ihren Plätzen. Ich kam gerade noch rechtzeitig. Als ich auf meinem 10. Starplatz stand ging es darauf auch schon weiter.
Warm Up Runde. Auch hier hatte ich nur einen Gedanken. „Heiz deinen Reifen ein!“. Die Runde war um und es ging in die Startaufstellung. Ich war ein wenig nervös, die letzte anderthalb Stunde war sehr turbulent und stressig. Und konzentrieren konnte ich mich vor dem Rennen auch nicht mehr.
Augen zu und durch. Die Ampel leuchtete rot, die Motoren heulten wie gewohnt auf und die Ampel erlosch. Feuer frei. Ich erwischte keinen guten Start. Ich jagte die Gänge durch und beschleunigte auf die erste Kurve zu. Es wurde eng und es wurde gebremst. Ich bremste mit und zack, zack, zack, da waren die ersten schon an mir vorbei. Man, man, man. Daran muss ich arbeiten. Das ist mir in Oschersleben schon passiert…
Die erste Kurve war gemeistert und es ging weiter zur nächsten Kurve. Da lag dann schon der erste. Marc (#407) war mit seiner Aprilia RS250 weggerutscht und ausgeschieden. In der 7. Runde stürzte an gleicher Stelle Thomas (#404) sowie Ingo N. (#427) in der 8. Runde. Ich versuchte mich nach vorne zu korrigieren um die verlorenen Plätze vom Start wieder gut zu machen. So konnte ich als erstes Kai (#442) überholen und kurz darauf auch Ingo V. (#482). Der nächste der vor mir lag war Marco (#477).
In der Warsteiner Kurve war ich direkt an ihm dran, blieb in seinem Windschatten und wir
durchflogen den Advan Bogen. Auf dem Bergauf Stück ging ich aus seinem Windschatten raus, bremste mich neben ihn, doch Marco lupfte noch kurz und bog vor mir in die NGK Schikane ein. Arrrrgh… Es ging die Zielgerade entlang, ich blieb im Windschatten hinter ihm und folgte ihm. Er erwischte die RTL Kurve nicht optimal und so hatte er keine optimale Linie für die darauffolgende Warsteiner Kurve. Diesen Vorteil konnte ich nutzen, nahm mehr Schwung mit, kam besser aus der Kurve raus und konnte dann im Knick des Advan Bogens außen an ihm vorbei ziehen. Und jetzt Meter machen, dass er nicht wieder vorbei kommt 🙂 Dies gelang mir auch ganz gut und ich machte Jagd auf Robert (#413). Ich kam immer näher und wir fuhren auf die NGK-Schikane zu. Er legte die Maschine links um und riss sich irgendwie den Bugspoiler ab. Dieser blieb aber noch auf der linken
Seite hängen. Robert merkte dies nicht und fuhr erst mal so weiter. Die nächsten zwei Rechtskurven sollte das auch noch kein Problem sein, doch dann ging es links rum in die Mercedes Arena. Der Spoiler setzte auf und blockierte. Jetzt merkte er den technischen Defekt und musste raus fahren.
Diesen Platz konnte ich dann kampflos gut machen.
Dann ging plötzlich Felix (#418) mit seiner Honda CBR 400 RR an mir vorbei. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und konnte auf der nächsten Gerade auch wieder kontern. Doch er bremste sich erneut vorbei und blieb diesmal auch vor mir. Konnte ich ihn in Oschersleben noch im Zaum halten, fand ich diesmal kein Mittel gegen ihn. Er war sehr stark auf der Bremse und fuhr ein höheres Kurventempo als ich. Ich schaute leider in die Röhre. Kurz darauf ging auch Johannes (#414) noch an mir vorbei. Auch gegen ihn konnte ich nichts mehr ausrichten, so dass ich mich am Ende mit Platz 11 (7. Platz MTR Wertung) zufrieden geben musste.
Schnellste Rennrunde: 1:44.566
15:05 Uhr, 2. Rennen
Beim 2. Rennen startete ich von Platz 11 und versaute den Start erneut wie im 1. Rennen. Irgendwas mache ich dieses Jahr anders beim Start. Oder war es einfach der Respekt vor der Kurve nach Start / Ziel? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wollte ich weiter vor. Ich wollte mein persönliches Ziel, ein Platz in den Top10, auf jeden Fall erreichen. Es lief anfangs auch wirklich gut. Erneut waren es Kai (#442), Marco (#477) und Ingo V. (#482), die es zu überholen galt. Dies gelang mir auch in der zweiten und / oder dritten Runde. Ich konnte einen kleinen aber sicheren Vorsprung raus fahren. Nun lag wieder Felix (#418) vor mir. Ich versuchte sein Tempo mitzugehen, was auch drei Runden halbwegs gut
funktionierte. Doch ich spürte mittlerweile deutlich meinen Ellenbogen. Er schmerzte mittlerweile sehr und so kam was kommen musste. Mir unterlief in der 8. Runde erneut ein Fehler. Beim Anbremsen der Kurzanbindung war ich zu schnell und musste geradeaus fahren. Kai (#442), Marco (#477), Ingo V. (#482) und Robert (#413) gingen alle an mir vorbei. Robert und Kai hatte ich eine Runde später wieder überholen können. Ingo und Marco waren einige Meter voraus. Doch auch hier konnte ich die Lücke zufahren. Höchstens noch zwei Runden und ich hätte auch das wieder korrigiert.
Doch wie heißt es so schön? Es kommt immer anders als man denkt. Völlig unerwartet bremste sich Michael (#431) an mir vorbei und ich war erst mal mit ihm beschäftigt. Seine SV beschleunigte nicht sonderlich gut und so konnte ich ihn am Kurvenausgang ausbeschleunigen. Bis zur nächsten Kurve blieb ich vorne. Dann das gleiche Spiel wieder. Er bremste sich vorbei und ich beschleunigte ihn aus.
Von diesem Spielchen profitierten die beiden vor uns und ich sah leider keine Chance mehr sie zu überholen. Immerhin konnte ich Michael hinter mir lassen und beendete das Rennen auf Platz 13 (9.Platz MTR Wertung).
Schnellste Rennrunde: 1:44.810
Mein Ziel in die Top10 zu fahren konnte ich leider nicht umsetzen. Vielleicht wird’s am Lausitzring was oder dann Ende Juli, wenn wir wieder in der Eifel sind. Etwas Positives konnte ich vom Nürburgring natürlich trotzdem mitnehmen. Ich habe wieder einiges
an Erfahrung mitgenommen und meine persönliche Bestzeit konnte ich zum Vorjahr auch um ganze 2 Sekunden verbessern. Von daher kann ich zufrieden sein =)
Und als I Tüpfelchen gabs für den 11. Platz im ersten Rennen auch wieder ein Pokal. So ging ich nicht mit leeren Händen nach Hause. Was will man eigentlich mehr? 😉
Wir sehen uns am Lausitzring.

Bis dahin
Duffy #486

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