Nachlese zum Auftakttraining in Alés

Das Team von http://www.kawa-saki.de/ liefert mal wieder einen super Bericht und richtig tolle Bilder zum Auftakttraining in Frankreich.

Danke Yussi und Kai!

Janette, Claudette, Baguette…Frankreich wir kommen

Am 26.03 starteten Yussi und ich in Richtung Frankreich um uns fit für die neue Saison zu machen und das viele Streusalz, das wir diesen Winter brauchten aus den Knochen zu verjagen.
Mit der neu hergerichteten SV 650 und Yussi ihrer Duke 690 im Vivaro und dem Wohnwagen dahinter ging es zuerst nach Ledenon und anschließend weiter nach Ales.
So recht mochte keiner von uns beiden daran glauben, im Land des Baguette frühlingshafte Temperaturen vorzufinden, doch teilte keiner seine Zweifel dem anderen mit.
Immerhin ist Ledenon 1.300 km entfernt und irgendwo musste sich ja der Frühling versteckt halten. Warum dann also nicht in Frankreich.
Think positiv, lautete die Devise.

In Dijon machten wir eine Zwischenübernachtung auf einem Rastplatz um am frühen Morgen des darauffolgenden Tages die Fahrt Richtung Sonne fortzusetzen.
Die Temperaturen außerhalb des Wohnwagen, eisige 3 Grad! Aber immerhin PLUS.
Je weiter es in Richtung Süden ging, umso mehr kletterte das Quecksilber. In Lyon 10 Grad Plus. Ihr könnt glauben ich spinne, doch es fühlte sich an wie Sommer.
Also Sonnenbrille auf, Musik ganz laut und locker mitswingen zu ZAZ´s Pop Chanson Je Veux.
Die Stimmung stieg genau so schnell wie die Temperaturen und 50 km vor Ledenon war es 17 Grad warm bei strahlendem Sonnenschein. Herz was willst du mehr.

Die Zufahrt zur Rennstrecke war recht abenteuerlich. Die Straße hinauf zum Fahrerlager war heftig steil und eine reine Schlagloch-Suchallee. Alles kegelte durcheinander.
Im Fahrerlager angekommen wartet Uzi #548 bereits auf uns und half sogleich beim Aufbau des Vorzeltes. Schnell war alles hergerichtet und dem ersten Angrillen in 2013 mit dazugehörigen 5.0 stand nichts mehr im Weg. Da haben wir so lange drauf gewartet.

Am nächsten Morgen … Entsetzen! Es schüttete wie aus Eimern. An Fahren war nicht zu denken. Chillen und Kaffee trinken war angesagt.
Das Wetter änderte sich den ganzen Tag nicht und so wurde es nichts mehr mit den ersten Runden 2013.
Am frühen Abend hatte Petrus ein Einsehen und schloss seine Schleusen. Wir machten uns auf, hinaus auf die Strecke. Nicht im Kombi und mit Moped, nein zu Fuß.
Streckenbegehung! Altobelli, was für ein krasser Track. Der Planer muss Achterbahn-Liebhaber gewesen sein.
Hoch, runter, links, rechts und faßt alles blinde Kurven. Das macht bestimmt gaga im Kopf, war mein Gedanke. Ich war begeistert und freute mich riesig auf den nächsten Tag.
Doch am nächsten Morgen wieder Regen, aber immerhin kein Dauerregen. Schnell die Felgen mit Pilot Power montiert und raus gings. Die Strecke, der absolute Wahnsinn, einfach Hammer, wie bereits bei der Begehung am Vorabend festgestellt.
Sie zaubert dir wirklich ein fettes Grinsen ins Gesicht. Dazu noch der 2-Zylinder, der mit seinem Drehmoment wie gemacht war für den kurvenreichen Kurs.

Die nächsten Tage versprachen also recht spaßig zu werden, wenn die Knochen ein wenig geschmeidiger waren, die Sonne vom Himmel lachte und die Strecke sich tief im Kopf verankert hatte.
So war es schließlich auch. Die Sonne lachte, die SV lief super, ich fühlte mich immer wohler auf ihr und mit Stefan Weidemann # 555, der sich auch noch zu uns gesellte, drehte ich gemeinsam meine Runden. Herrlich endlich wieder aufzünden und das dort wo der Frühling sich versteckt hat, in Frankreich. Think positiv hat also geholfen!!!

Auf dem Weg zur Rennstrecke haben wir in Ledenon ein Schild mit dem Aufdruck „Ledenon Pizza“ gesehen. Yussi wollte abends unbedingt mit mir dort hin. Doch ich hatte da so meine Zweifel. Franzosen und Pizza? Gehe ich in Italien Crêpes essen? Eher nicht. Doch ich hatte auch keine Lust auf grillen und so machten wir uns auf den Weg. Nach einer Reihe von Hinweisschildern die zur Pizzeria führten standen wir vor ihr. Klein, unscheinbar und nichts sagend. Nur ein Auto und auch das mit deutschem Kennzeichen.
Wir gingen rein und gähnende Leere. Hm, ich zweifelte. Positiv stimmte mich der Steinofen in dem ein helles Feuer loderte und die Calzone die gerade aus dem Ofen kam. Sie war für den einzigen Gast, der neben uns stand. Wir bekamen die Speisekarte gereicht und blickten rein, doch was soll ich sagen, ich verstand null, nada, rein gar nichts. Großes Rätsel Raten in unser beiden Gesichter.
Plötzlich nur ein kurzer Satz „die Pizza hier ist spitze“. Der einzige Gast in einer Pizzeria in Frankreich war ein Deutscher. Unglaublich. Nun bekam auch die Bedienung mit, dass wir Deutsche waren und schon bekamen wir eine Speisekarte in Deutsch.
Wir bestellten und kamen mit unserem Landsmann, der den Zeit- und Reifenservice für den Veranstalter machte, ins Gespräch. Wir saßen gemütlich zusammen und erzählten als unsere Pizza kam. Welch ein Wagenrad von Pizza, super klasse belegt, saftig und vom Geschmack brauchte sie den Vergleich einer Pizza aus Italien nicht scheuen. Man war die lecker. Ich war froh, dass ich mit Yussi dort hingegangen bin und kann nur jedem empfehlen, der in Ledenon ist, dort Pizza zu essen.

Montag den 1. April war Sachen packen angesagt. Es ging weiter nach Ales, wo wir uns mit zahlreichen anderen MTRlern zum gemeinsamen Aufzünden treffen wollten.
Als wir am Nachmittag ankamen war ein Großteil der üblichen Verdächtigen schon da. Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung war wieder erst einmal Aufbauen angesagt. Übung macht bekanntlich den Meister und so war diesmal nach kurzer Zeit alles fein säuberlich aufgebaut und hergerichtet.
Dienstag war das Wetter nicht ganz so berauschend, doch war es für mich genau das Richtige mein Regenschwuchtel-Dasein mit Hilfe von Bertram abzulegen. Seine Instruktion im Nassen hat mir sehr geholfen. Vielen Dank für deine Mühen, Bertram.
Tags darauf war herrlicher Sonnenschein. 7 Turns im trockenen und dazu noch 16 Grad. Der Wahnsinn.
Ich habe viel probiert und getestet. Bertram korrigierte das Fahrwerk und gemeinsam veränderten wir die Rastenposition auf der linken Seite um das lädierte Knie vom Dokki in eine entspannte Position zu bekommen.
Wir setzten die Raste ca. 3cm tiefer und nach hinten. Hey war das cool, sitzen ohne Schmerzen zu haben. Die rechte Seite musste so bleiben, da wir keine passende Adapterplatte mehr hatten.
Die unterschiedliche Anordnung der Rasten störte überhaupt nicht. Die linke Raste setzte auch nicht auf, ich hängte mich einfach ein bisschen weiter runter und nichts schliff auf dem Asphalt. Zum ersten Rennen in Oschersleben werde ich aber eine gleichmäßige Anordnung bevorzugen.

Abends gab’s dann Schweinereien vom Grill und beim Bier meinte Yussi, das es sehr schade sei, das die Strecke nicht zugänglich ist um sie einmal abzugehen. Momentmal, eine verschlossen Rennstrecke, das hatten wir doch schon einmal. Na klar, in Assen und wie haben wir es damals gemacht? Solange suchen bis ein Schlupfloch gefunden wird. Mit einem Bierchen in die Tasche ging es los. Wir wurden ruck zuck fündig und 5 Minuten später dackelten wir um den Kurs. Uwe #593 und Johannes #516 gesellten sich zu uns.
So umrundeten wir zu viert den Kurs von Ales. Anschließend versammelten wir uns alle im Kreis um den Grill, wie es die Gangs in der New Yorker Bronx um die Blechtonnen auch immer tun und quatschten über allerhand Zeug.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf, wollte ich doch gleich um 9 raus auf den Kurs. Die Reifenwärmer waren schon aufgezogen und brauchten nur noch eingesteckt zu werden. Meine erste Tat nach dem Zähneputzen an diesem Tag. Dann erst einmal eine Kanne von dem schwarzen Pulver aufbrühen, das am frühen Morgen für den richtigen Weitblick sorgt. Yussi horchte noch ein wenig an ihrer Matratze, sie hatte ja schließlich Urlaub. Ich genoss den ersten Kaffee und bereite mich schon gedanklich auf den ersten Turn vor. Dann ein bekanntes Geräusch der letzten Tage. Es tröpfelte. Es tröpfelte mehr und mehr und dann wurde aus dem tröpfeln Regen.


Der erste Turn viel Quasi ins Wasser, da ja Rennreifen montiert waren. Mal wieder umziehen. So ging das den ganzen Tag. Race Attack oder Pilot Power, oder doch Regenreifen. Das Wetter machte was es wollte. Die beste Alternative waren für mich die Pipos. Am Nachmittag regnete es richtig. Endlich war es an der Zeit die Regenreifen aufziehen zu lassen.
Doch es kam wieder einmal anders als gedacht. Der Veranstalter teilte uns freundlich mit, dass wir das Fahrerlager bis 19.00 Uhr zu verlassen haben, da er kein Geld mehr für die Security für eine weitere Nacht bezahlen wird. Grund war wohl sein Minus Geschäft bei der Veranstaltung. Eine richtige miese Nummer, wie wir alle fanden. So mussten wir uns alle ans Packen machen und aus dem Fahren im Regen wurde nichts mehr.
Aus dem gemeinsamen Abend mit Allen wurde natürlich auch nichts mehr, brachen doch alle MTRler in Richtung Heimat auf.
Yussi und ich waren wie immer die letzten der Truppe, die die Heimreise antraten. Wir fuhren wieder bis Dijon, wo wir auf einem Rasthof übernachteten. Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Hause, wo uns wieder Temperaturen um die Null Grad erwarteten. Brrrrrrrrrrr.

Frühling hoffentlich kommst du uns bald aus Frankreich hinterher.

 

 

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