Wettschulden sind Ehrenschulden

Wettschulden sind Ehrenschulden

von Björn #578

Seriensport in der Börde mit 2 Wertungen in Oschersleben, das kann nur ein schönes Event werden. Uwe Koch und ich reisten bereits schon am Donnerstagabend an, da wir uns für das 2 Stunden genannt hatten. Ingo Volmari und Matthias Dornblüth hatten sich bereits schon im Fahrerlager platziert und reichlich Platz reserviert. Da hieß es dann Aufbauen Feierabend Pils zu sich nehmen und Hallo sagen. Im Laufe des Abends trudelten dann auch noch mehrere MTR`ler ein und die Vorfreude stieg.

Freitag:
Das Wetter schien durchwachsen zu werden, mit Regen war fest zu Rechnen und ich hatte nur meine Conti Race Attack mit. Sollte es richtig Regen geben werde ich wohl ein langes Gesicht machen und ich ärgerte mich schon jetzt über den Felgen Satz aus e-Bay den ich nicht ersteigert hatte. Naja, das freie Training verlief erst mal gut, es war trocken und es konnte sich warmgeschwungen werden. Die Rundenzeiten waren noch nicht da wo ich sie gerne hätte aber das sollte sich aber am Wochenende noch ändern.
Nach erfolgreichem Training konnte das Rennen kommen. Le Mans Start war angesagt! Mein erster Start dieser Art und viele Dinge gingen mir durch den Kopf, als ich auf der anderen Seite der Strecke stand und auf mein Motorrad schaute. Kann ich in diesen Stiefeln überhaupt laufen??? Was passiert wenn ich stolpere und mich hinlege??? Und, und, und…. Aber all dieses sollte nicht passieren….
Den Vogel sollte am Start allerdings unser Heinz Schorn abschießen, der erst seinen Startplatz verfehlte, dann nachdem endlich die richtige Position gefunden war – ca. 30 Sekunden vor Start – dann noch mal zurücklaufen musste um seine Kippen aus dem Kombi los zu werden. Das Gelächter war groß….
Nun ja der Start verlief für mich gut, Moped sprang gut an und weggekommen bin ich auch recht gut. Die Hotelkurve ging dann schon nicht mehr so… Es wurde mir etwas zu voll => an diese Situation muss ich mich wohl erst noch gewöhnen. Aber egal, ein Langstrecken Rennen wird ja nicht in der ersten Kurve entschieden, dachte ich mir. Und reihte mich etwas weiter hinten wieder ein.
Ein Langstrecken Rennen wird, wie ich nun feststellen musste, mit einem Boxenstopp im Fahrerlager auch nicht gewonnen…. Rofl…..
Sonst verlief das Rennen für mich sehr gut, meine Contis haben super funktioniert obwohl es hier und das leichte Schauer gab. Einige Überholmanöver konnte ich für mich entscheiden und schöne 2 Kämpfe gab es obendrein. Die richtigen Regenhälften übernahm Uwe mit seinen Intermediance Reifen dann für uns. Die gesamt Platzierung mit 9 Minuten in der Box war dann zwar nicht der Renner aber ich war zufrieden mit unserer Leistung auf der Strecke. Der Spaß Faktor bei solch einem Rennen ist enorm groß und ich bin beim nächsten auf jeden Fall wieder dabei.

Samstag:
Nach dem für mich erfolgreichem Langstreckenrenn sollte der Seriensport seinen Lauf nehmen. Meine Frau wollte mit den Kindern auch dazu kommen, aber das Wetter sah alles andere als schön aus. Ob das so ein Spaß werden würde?!?
Regenschauer kamen über uns, das Pokern um die richtigen Reifen war damit begonnen. Nach einem Wolkenbruch hieß es erst klar Regenreifen, alles andere ist Quatsch. Doch Oschersleben ist ein merkwürdiges Pflaster, es trocknet hier so schnell das es 5 Minuten später wieder anders aussieht und bei vielen hieß es dann Pilot Power. Doch dann der nächste Schauer und alle schienen sich wieder um zu entscheiden. Ein wildes hin und her bis kurz vor Start der ersten Dauerprüfung.
Wie sollte es für mich anders sein, keinen 2ten Satz Felgen heißt dann wohl auch keine Wahl zu haben und so musste ich mit meinen Race Attack raus. Ziel war es die Hälfte der Pflicht-Runden zu schaffen und heile wieder ankommen. Die Strecke wurde trockener als erwartet und somit konnte ich doch fast zwei Drittel der Runden abspulen.
Einige Stunden später sollte die 2te Dauerprüfung beginnen und der Regen verschärfte sich so dass viele doch noch auf Regenreifen gingen. Hitzige Diskussionen waren wieder entfacht, welche Reifen denn nun wieder die Besten seien, welcher Luftdruck denn nun besser sei und und und…. Doch die Kommissare hatten Mitleid und ersparten uns 5 Runden der Dauerprüfung und somit war ich fast fertig. Ich glaube 6 Runden musste ich noch abspulen bei richtig nasser Strecke. Ich bin gefahren wie auf Eiern und hatte mich immer schön auf der Ideallinie gehalten die zum Schluss immer trockener wurde, Hauptsache heile ankommen hieß es. Denselben Plan hatten wohl auch alle Anderen. Dann jedoch, was war da passiert?? Gelbe Flagge auf der Gegengeraden. Jens hatte sich überlegt sein Motorrad weg zu werfen und es sich in Erdbraun mal anzuschauen. Später stellte sich raus er war auf seiner letzten Runde, und machte einen blöden Fahrfehler und Erdbraun ist nix in Kombination mit Grün. Nun es ist nix weiter passiert. Motorrad waschen und gut war. Wo wir doch gleich beim Thema wären……….
Ingo musste waschen 🙂 !
Nach Bestehen der Dauerprüfungen und den ersten Benzingesprächen im Fahrerlager was sahen meine Entzündeten Augen? Auf der Straße des Fahrerlagers.  Na das musste ich mir doch auch mit ansehen. Raus gekommen ist, dass Ingo seine Wettschulden einlösen musste. Tja Ingo selber schuld, wie kann ich auch nur auf solch eine Wette raus hauen.

Abends im Fahrerlager war Geselliges miteinander angesagt. Die Grills wurden angezündet und aus allen Ecken wurde schwer gefachsimpelt. Leider musste ich mich etwas früher verabschieden, die beiden Kiddys wollten ins Bett und somit hieß es für mich und meiner Familie ab ins Hotel.

Sonntag:
Nach einem leckeren Frühstück heißem Kaffee und blick in dem Himmel konnte es losgehen. Das Rennen kann kommen. Das Wetter ist Bombe, Sonne pur kaum Wolken und alle Zeichen standen auf grün. Motorrad war getankt die Reifenwärmer Montiert und dann …… scheiße ab in den engen Kombi irgendwie wird das Ding immer kleiner dachte ich nur…. Doch zu viel gefrühstückt, oder ist es noch das Grillfleisch von gestern??? Egal Bauch einziehen und zu machen das Leder.
Beim ersten Lauf gab es dann 2 Einführungsrunden, aus der 5ten Reihe durfte ich ins Rennen gehen. In der Startaufstellung angekommen ging dann auch pünktlich wieder der Puls hoch, die Ampel auf Rot und …. …… …… Ampel aus rechte Hand drehen, linke Hand kommen lassen. Der Start war gut, keine Plätze verloren soweit ich überblicken konnte – aber auch nix gewonnen. Erste Kurve die Hotel kam, ich innen angebremst und rein doch was ist nun schon wieder…… rechts gehen gleich 3-4 durch… hmmm scheiße war doch zu früh auf der Bremse. Mist naja in der Rechts war ich dann eh außen und sortierte mich wieder ein. So viel zum Perfekten Start. Viel Übung gehört dazu. Das Rennen selber verlief dann ohne große Zwischenfälle für mich, es gab schöne Duelle, und meine Rundenzeiten wurden stabiler.
So kam ich dann mit dem hinteren Feld über die Ziellinie. Fazit vom ersten Rennen, meine persönlichen Ziele wurden erreicht, jedoch musste ich feststellen das meine Ziele zu tief gesteckt waren da geht noch viel, viel mehr.
Nach kurzer Pause ging es dann auch schon los mit dem 2 Lauf. Nach dem Ergebnis aus dem ersten Lauf verfrachteten die mich in die 8. Reihe. Naja auch nicht so übel, kann ich von hinten angreifen. An sich ein guter Plan der dann aber von Marlon Braune gestrichen wurde. Bereits nach der ersten Runde saß ich dahinter fest. Seine Linie hatte ich mehr als ausreichen studiert und meine stärkeren Abschnitte gefunden. Die Hasseröder und triple links sollten es werden , zuerst raus aus der Hotel versuchen Schwung mitzunehmen, auf dem kurzen geraden Stück hatte er einen Vorsprung von geschätzten 20 Meter. Anbremsen auf die Hasseröde und fast daneben sein, rein und kurz nach dem Scheitelpunkt die rechte Hand drehen runter mit dem Kopf und…… raus kommen wir gleich und danach ist er weg. Keine Chance als hätte ich 20 PS weniger. Die triple links rausche ich ihm fast hinten rein, aber komme nicht vorbei. Im Fahrerlager hatte ich mal was von außen rum gehört. Ausprobieren dachte ich mir, hätte auch fast geklappt aber der Schwung reicht nicht aus und somit bin ich jedes Mal im 2ten knick rechts neben ihm und er drückt mich 2-mal nach rechts raus. Auf der Bremse war ich so oft daneben aber eben nie dran vorbei. An der Linienführungen hatte ich vieles ausprobiert aber ran kommen und vorbei kommen sind Welten. Beim Rausbeschleunigen zog er mir immer weg, da machen sich dann schon mal geschätzte 30 Kilo bemerkbar die ich mehr Rumschleppe. Oder vielleicht eine andere Übersetzung? Dafür ein sehr schöner und fairer zwei Kampf auf der Strecke. Danke an dich Marlon(#506), nun habe ich ein gutes Video von dir – hat richtig Bock gemacht.
Die Videoanalyse wird mir wohl in den nächsten Tagen auch Aufklärung bringen woran es gelegen hat, bzw. was ich hätte anders machen können. Im Rennen waren wie sagt man so schön meine Eier einfach nicht dick genug.
So war dann auch der 2te Lauf beendet, viele Benzingespräche wurden im Fahrerlager noch geführt, Analysen aufgestellt und gefachsimpelt. Aber der größte Pechvogel am ganzen Wochenende sollte wohl Andre sein, der nicht einen Sprint beenden durfte. Im Ersten lief sein Hinterrad Lager heiß und im Zweiten abgeschossen. Andre, an dieser Stelle viel Glück für das nächste Rennen. Schleiz ist bereits in 4 Wochen, meine Vorfreude ist riesig. Schade das Matthias nicht dabei sein kann, obwohl dann stehe ich ja ein Platz weiter vorne 🙂 . Viel Spaß auf großer See hiermit an dich gesendet.
Für meine Familie die nun das erste Mal mit auf einer Rennstrecke war auch ein voller Erfolg. Danke an alle Minitwinler die uns so aufgenommen haben. Es macht eine riesen Laune unter euch zu sein. Ich verstehe jetzt auch diejenigen unter uns, die mit zu den Events reisen obwohl sie gar nicht fahren können. Chris, in Schleiz ist alles wieder gut. Und danke Uwe kann meine Frau nicht sagen: „da kenne ich ja keinen“ 🙂
Vielen Dank
#578
Björn

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