Oschersleben – 30°C Grad – Die Frisur sitzt!

Der 5. Lauf zur Seriensportmeisterschaft stand vor der Tür. Ganz frei nach dem Motto: „Garen im eigenen Saft“.

Samstagnachmittag starteten wir mit Wohnmobil und Anhänger Richtung Osten

Im Fahrerlager eingebogen, stoßen wir schnell auf unsere MTR-Truppe, denn die gemeinsam eingenommene Fläche im Fahrerlager gestaltet sich mittlerweile als unübersehbar!

Herzliche Begrüßung, wildes Geschnatter, fix abladen und ab zur Anmeldung. Jetzt aber Beeilung – Tinas Grill gibt schon erste Zeichen, nämlich Rauchwolken. Ich sah mich schon faul im Sessel sitzen mit einer großen Büffelhüfte und einem gekühlten 5.0. Aus dem Büffel wurde dank Yussi, eine seit einem Tag abgelaufene Bratwurst und ein kalorienbewusstes Hähnchenfilet, aber das mit der Kaltschale passte dafür.

Als ich eine Zeit lang so Erni betrachtete, fielen wieder die bekannten Schuppen aus den Haaren. Der neu gekaufte und vormontierte Lenker musste noch unter fachlicher Hilfe von Bertram angepasst werden. Viel zu schnell brach die Dunkelheit hinein! Heldenhaft unterstütze uns Uwe mit einem Griff zu seiner 40 Watt Wohnwagen-Leuchte! Jung-Bayer Stefan toppte Minuten später das ganze noch einmal uns sponserte uns einen 500 Watt Strahler. Perfekt die beiden SV-ler! Gelassenheit findet sich beim fiebrigen Kawasaki-Team ein 😉

Falsch gedacht oder ausgeklügelte SV-Taktik?

Im 500 Watt Licht der lauen Herbstnacht ging auf einmal die Post ab. Die Mücken der Gattung: „Fliegende Ost-Vampire“ hatten Gefallen an unserer Südschweden-Bräune.
Zack – getroffen … und noch eine … immer mehr griffen an! Wir sahen am nächsten Morgen aus wie ein Abbild von einem schlesischen Streuselkuchen. Jetzt wissen wir auch warum die SV-ler so viel Nächstenliebe für uns hatten. Der Sonntag war da – na wartet ihr Burschen 😉 Noch ein Stoßgebet zum Himmel – Amen!

Die 1. Dauerprüfung startete um 9.45 Uhr

Nicht einmal 20 min. später lag ich bereits „gedanklich“ fertig wie ein Fischbrötchen in der Auslage von Aal-Alfred auf dem Hamburger Fischmarkt. Kai, reiß dich zusammen! Lieber von innen nass werden, als von außen vielleicht geduscht!

Im Fahrerlager angekommen hatten sich alle schnell, wie die Weißwürschte, der Kombi entpellt. Es brach unter uns eine einheitliche lautstarke Begrüßung mit Gejohle aus.

Unser Ingo beweist ja nun Stil:
Er hatte uns seinen persönlichen Service präsentiert und kam mit eigener Fotografin auf dem Lumpensammler vorgefahren. Ein klemmender Gaszug verhinderte für seine SV leider die Weiterfahrt.

In der mit wenig Pause folgenden 2. Dauerprüfung hieß es weitere 40 Minuten durchziehen, Runden sammeln und die Linie vertiefen, in dem ich Chris ein paar Runden folgte. Eingangs der schnellen rechts vor Start-Ziel verweilte Ingo an der Mauer und seine SV lag einsam in seiner Nähe.
Absolut bedauerlich, hatte sich Ingo so sehr auf OSL gefreut. Mir ging es nicht besser. Porter bollerte und röhrte, Nackenhaare stellten sich auf. Erinnerungen am Lausitzring kamen hoch. Die ER6 spielte wieder Schneemaschine und verteilte, wie schon gewohnt für meine Mitstreiter, weiße Flocken auf den Kurs. That´s Racing 😉

Die heiß ersehnten 3 Stunden Mittagspause brachen an

Entspannung und neue Kraft sammeln! Die Frisur sitzt nun nicht mehr 😉

Am Wohnwagen von Druide Holger und Schmiedin Beate herrschte emsiges Treiben. Es zischte und klapperte, Dämpfe stiegen auf. Meine Nase roch Reis mit Gulasch! Ideell hörte ich jemanden den Gong schlagen –  Essenszeit für die Mintwin-Racer am Catering-Zelt.
Ein schöner Zusammenhalt!

Dank Holgers Organisationstalent konnte ich nach dem Essen durch eine geliehene Zange die lose Endkappe mittels Niete wieder an meinem Auspuff montieren. Kaum fertig gestellt fielen die ersten Regentropfen. Ein Raunen und ein Rätselraten um die richtige Reifenwahl huschte durch das Fahrerlager. Race Attack oder doch die Road Attack? Die beiden ER6 blieben bei den Race, was sich später doch irgendwie als fatalere Entscheidung herausstellte.

Auf zum Start in Reihe 4

Die üblichen buckligen Verdächtigen waren wie immer vor und hinter mir. Die Ampel geht aus, ich komme sau gut weg, keine Plätze verloren und sogar welche gewonnen.

In der ersten Runde geht es gleich ordentlich zur Sache.

Bertram wollte sich das Grüne kurz genauer anschauen und Jochen wird von einer KTM abgedrängt und muss in der MC Donald Schikane den Weg quer durchs Kies wählen. Das scheint den coolen Hund überhaupt nicht zu stören. Mit Haltungsnote 1 raus aus dem Kies, voll rein in die darauf folgende rechts und dem Drängler noch einmal kurz den Mittelfinger zum Gruß gezeigt.

Regen kündigt sich an

Während ich nur kurz darüber nachdenke, nutzt Gordon die Gelegenheit und überholt eiskalt. Schnell hänge ich mich an ihn. Bloß keinen Abstand verlieren. Die Strecke ist mittlerweile teilweise nass und rutschig. Hotelkurve nass, Hasseröder trocken. Was werden die anderen Kurven bereithalten? Schwarze Wolken begleiten uns, man könnte glauben es ist Nacht. Zwischendurch funkeln wieder ein paar Sonnenstrahlen.
Wie ist der Asphalt? Das dunkle Visier erschwert die Einschätzung! Die Tropfen werden immer größer und die Strecke immer nasser. Ich beschloss Gas raus zu nehmen und nur noch auf Ankommen zu fahren, welches mir auch ein Rutscher in der Hotelkurve bestätigte.

Gorden entschwand und Jochen zog wieder an mir vorbei. Runden später befand ich mich immer noch im absoluten Regenmodus. Keiner überholte mich? Also musste es den anderen ähnlich gehen. Kai, fahr weiter so.

Doch was war das plötzlich?

Eine rote MZ zischt an mir vorbei. Ehe ich es kapierte, war die nächste vorbei.
Mit was für ein Tempo fuhren diese Beiden im parallelen Formationsflug denn da in die Kurven? Das kann doch gar nicht sein, oder? Ging da wieder was? Meine Umsetzung an den Kopf mit weiterem Befehl an die rechte Hand ging erstaunlich zügig. Sofort den Regenmodus aus und ran ans Gas.

Mir bleiben nur noch drei Runden

Die beiden MZ-ler zeigen auf, dass der Weg frei ist! Ich hing an Beiden dran und konnte somit einige Entfernung zu fahren. Ich lief näher auf den MZ-ler auf, schwups vorbei. Mein Adrenalin steigt. Immer darauf bedacht, evtl. doch noch einen MTR-Mitstreiter aus weiter Ferne zu erhaschen.
Was für ein Kribbeln! Es sichtet sich ein einzelner Fahrer. Wer kann das sein? Da konnte ich Gorden in der Ferne erkennen. Kurve für Kurve kamen wir Drei der SV näher.
Gorden tat mir leid, wusste er bestimmt nicht ob Fisch oder Fleisch, wie ich, einige Runden vorher.
Ich sah hier meine Chance, einen Angriff zu starten. In der letzten Runde sollte es soweit sein. Eingangs der Hasseröder bremste ich mich ganz außen an ihm vorbei. Geschafft! Jetzt bloß einen kühlen Kopf bewahren, Kai  – nicht zuviel Risiko aber auch nicht zuwenig. Damit konnte ich mich bis ins Ziel retten. Sportlich fair und zugleich erleichtert klatschten Gordon und ich ab.

Es war ein verrücktes Rennen

Alle MTR-ler sind unbeschadet und saßen am Schluss zufrieden im Fahrerlager. Die Siegerehrungen waren wie immer ein voller Erfolg mit vielen Pokalen. Gratulation an Alle, besonders an die Bedachten und Weisen, die in dieser Wetter-Situation einen klugen Kopf bzw. eine feine Gashand bewiesen haben!

Wir sehen uns

In 3 Wochen auf dem NBR und dann lassen wir es krachen, mit unserer großen MTR-Abschlußparty –YEAH!

Gruß, Kai

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