Lausitzring: Es ist viel passiert.

Dieses Wochenende schlug der Minitwin Wanderzirkus seine Zelte in der Lausitz auf.
Ingo und ich waren mit unseren 500km Anfahrt noch längst nicht Kandidaten für den eventuellen Pokal für die weiteste Anreise als wir gegen 18 Uhr nach stürmischer Überfahrt den sicheren Hafen des Eurospeedway erreichten. Ja, Überfahrt. Es hatte so dermassen geschauert und geschüttet das ich schon die Küstenwache alamieren wollte und nicht etwa die Autobahnmeisterei.

Die üblichen Verdächtigen hatten sich schon im Fahrerlager zusammengerottet und es gab ein großes Hallo

Der einsichtige Verursacher ist sich seiner Dämmlichkeit voll bewußt, will für den Schaden aufkommen und ist angeblich immer noch auf der Suche nach einem Mauseloch in dem er sich verkriechen kann.
Merke: Der Wahn ist kurz, die Reue lang.

Zurück zum Freitagabend: Wind und Regen hatten nach unserer Ankunft kaum noch Lust uns weiter auf uns einzudreschen und wir wurden mit einem schönen Regenbogen, verlockenden  Grillgerüchen und ein paar Flaschen Porter entschädigt.
Appropos Porter: Unser flüssigster Sponsor war von Christian mit Freikarten bedacht worden und es sollte nun demonstriert werden wie gut die Zusammenarbeit klappt. Ich hatte die Idee aus zu diesem Zweck möglichst viel Porter in die Minitwin Piloten zu schütten, Kai erklärte aber man sich das Ganze doch ein wenig anders vorstellte: Christian war im Gegensatz zu seinem Fahrzeug aus familienfeiertechnischen nicht zugegen und deshalb wurde mir die verlockende Angebot zugetragen den Ruhm der Porter SV weiter zu mehren. Aber nicht bei Regen. Und bitte ohne Bettgeschichten. Also Kiesbettgeschichten.
Da das Reglement  einen Wechsel des Fahrzeuges zwischen DP und Sprintrennen nicht zulässt und ich in der Wettervorhersage über den Nebensatz „nachtmittags Schauer möglich“ stolperte habe ich meine Knubbel zur Abnahme geschoben..
Neuzugang Fabrice und seine Christina wurden nicht gefragt sondern sofort im Minitwin Zelt an den Tisch gesetzt, es wurde ordentlich gegessen und getrunken, viel gelacht und geredet aber dann ab ins Bett.

Am nächsten Morgen zeigte sich der Himmel bedeckt aber hellgrau und es verbreitete sich ein solider Optimismus das die DP trocken über die Bühne gehen konnte. Nach einem gelungenem Frühstück im Catering Zelt (sponsored by Verzehrgutschein) waren auch die Lachmuskeln wieder gelockert, nochmal kurz die Barth`sche  Streckenkarte angeschaut und die DP konnte beginnen. Was für eine Scheiße. Also ehrlich, was für ein beschissener Kurs.
Da geht ja garnicht: Bodenwellen, Kanten, 100 mögliche Linien und 100 davon taugen nicht. War die Karte jetzt von Markus Barth oder Mario Barth geschrieben? Ich habe mich selten so unwohl auf einer Rennstrecke gefühlt. Mag auch an der neuen Lederkombi und den alten Reifen gelegen haben. Oder etwa an mir? Seltsamerweise hatten Uwe und Ingo auch lange Gesichter, die waren noch viel länger geworden als unsere Spezial Rennketten. Also alles Mist. Das mit den Super-Spezial-beste-wo-gibt-Ketten-Spezailtipp-vom-Händler ist übrigens wirklich Mist. Da hatte der freundliche Reifen Dietrich wirklich mal Recht. Hatte schon fast die Befürchtung, es ist beim Dietrich immer alles Mist ausser das was er verkauft. Und das hat natürlich seinen Preis. Logisch.
Aber ich schweife ab: Unsere Gesichter waren also so lang wie meine Rundenzeit (2:09 – 2:12) als mir auffiel das nur die Streckenneulinge mit dem Rundkurs ernsthaft haderten,  Heinz strahlte wie ein schneller Brüter und war damit nicht allein.
Also nächster Versuch im 2. Teil, diesmal mit neuen Reifen und alter Kombi und siehe da: Toll. Geile Strecke. Anspruchsvoll und ausserhalb der Linie auch gemein, aber nicht gefährlich. Häng Dich an jemand Schlaueres dran und gib Dich der Macht hin, dann offenbart sich auch Dir eine gescheite Linie. Machte unterm Strich eine 2:07

Kaum hatten wir uns in umgezogen hatte Holger auch schon ein prima Essen gezaubert, nicht unbedingt die leichte Küche aber lecker.

Die Sonne kam ab und an durch und somit erhellten sich auch unsere Gemüter wieder.
Finstere Wolken standen jedoch im Gesicht von Tom D., der Bertram gegenüber Befürchtungen äusserte, er würde gemobbt. Und er hat doch einen Ruf zu verlieren. Ich persönlich finde da er muss sich das keine Sorgen machen. Soviel Ruf wie ihm vorraus eilt geht nicht so schnell verloren. Vielleicht verwirrt es ihn auch, das dieser Ruf so viele Gesichter hat. Aber es ist auch verwirrend:  Tom D. hat der Rennleitung gegenüber erzählt, er wollte in Oschersleben währende der ersten Rennrunde nur Christians Hand freundschaftlich tätscheln, weil er das eigentlich öfters macht, so als nette Geste unter Kollegen. Als wenn das jetzt aber nicht eine astreine Erklärung wäre schreibt der gleiche Tom D. ein paar Tage später einem Thread mit dem imposanten Titel „Hergebrannt“ (nicht zu verwechslen mit „Hirnverbrannt“) bei Dukecity.de das es sich bei eben dieser Handbewegung  in Richtung Christians Lenkerende um die symbolische Übergabe eines Tankaufklebers handele.
Na also. Das versteht doch von selbst das so etwas im Rennbetrieb bei Vollgas passiert. Wieso hatten Christian und der hinterherfahrende Uwe eigentlich den Eindruck, der Tom wollte den Killschalter der SV betätigen?
Ach so, der Tom wunderte sich warum er 4mal zur technischen Abnahme musste.
Also da habe ich jetzt mal ein paar tolle Erklärungen: Die Kommissare hatten über die Bedeutung des Kürzels KTM gerätselt und waren bei „Könnte Tom Mogeln“ gelandet. Oder sie hatten 4mal hintereinander seine Startnummer aus dem sprechenden Hut gezogen. Oder es gilt  „wo Rauch ist ist auch Feuer“?

Aber ich wollte nicht schon wieder abschweifen. Obwohl…

Nun war es kurz vor 5, die Porter Gesandten hatten sich zwischenzeitlich zu erkennen gegeben und und wollten nun ein spannendes Rennen sehen.
Haben sie auch. Wenn sie hingeschaut haben. Beim Start lief alles glatt und ich konnte mich von Platz 9 aus direkt ab Uwe hängen, der direkt vor mir aufgestellt war. Uwe hatte in Kurve 4 eine heftigen Quersteher mit der Option übler Abwurf, aber er kriegte sein buckelndes Eisenross in den Griff oder genauer unter den Arsch, Mir zuckte mein Grundsatz „nie einen aus der eigenen Truppe abräumen“ durchs Hirn. Also erstmal dahinterbleiben. Auf den Geraden zog er auch immer ein Stück weg (nächste Mal mache ich seine Teller beim Essen aber richtig voll),  vor den Kurven kam ich aber immer wieder in Schlagweite. Nachdem uns eine MZ und eine ZXR überholt hatten sah ich mich genötigt die MTR Fahne wieder aufzurichten, überholte Uwe im Linksknick vor der Gegengerade und machte mich an die Verfolgung der Frevler. Die ZXR hatte ich dann auch kurz darauf aber die MZ entschwand langsam aber sicher. Als die letzten beiden Runden angezeigt wurden wähnte ich mich  allein auf weiter Flur, doch müssen die ZXR, Kai und Uwe und ein Supermoto Pilot recht nah hinter mir gewesen sein. Die letzten Runden hatten es in sich, vorne tobte zwischen Bertram und Markus Bange ein Kampf um die Spitze der wohl eines 125er GP Rennens würdig gewesen wäre, aber alle blieben auf der Strecke. In der letzten Runde gab es noch in der 180 links eine gelbe Flage weil Patrick und ein 250er Fahrer sich zu nahe gekommen waren und im Kies parkten. Diese Gelbphase hat wohl der Supermoto Pilot genutzt um Kai und Uwe regelwidrig zu überholen.
Weil ich keine grüne Flagge bin ich etwas verhalten auf die Zielgerade eingebogen um Wolfgang nicht zu überrunden, ein Fehler wie sich zeigt den der ZXR Pilot nutzt die Gunst des Augenblicks , blies zum finalen Angriff und verwies mich mit 4 hunderstel Sekunden (ca. eine halbe Radlänge) auf Platz 10.

Kai und Uwe wollten gegen das Überholen unter Gelb protestieren, der Rennleiter konnte aber keine Streckenposten ausmachen die den Vorwurf bestätigen. Meine Idee den Videoüberwachung zu Bemühen wurde mit der Bemerkung abgetan, es würde zwar alles gefilmt aber nicht gespeichert. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

 

Markus Bange wurde 1ter, Bertram auf 2, Holger 6, ich 10, Kai 12, Uwe 13, Heinz 14, Rainer 20, Ingo 22, Wolfgang 24, Fabrice 26. Patrick  auf den allerletzten Drücker raus.

Highlight der Siegerehrung: Unser Holgoy ist jetzt der offizielle Fahrersprecher. Und auf unserem Tisch standen die meisten Pokale. Und Wolfgang Pohler scheint ein geheimes Doppelleben zu führen, denn als ein Toni Heiler als Sieger der Klasse 3 aufgerufen wurde maschiert unser sonst eher kontrolliert konservativ fahrender Knubbel-Reiter nach vorn und nahm einen Riesen Staubfänger in Empfang. Wolfgang, wir wollen jetzt alles wissen!

Zum letzten offizieller MTR Termin trieb uns dann die Beauftragte der Hofbildstelle Jussie, die die ganze Zeit in Profi-Manier fotografiert hat bis die Karte glühte,  in die Boxengasse zum Foto Shooting mit Porter Shirts und Porter Bikes.

Alles in allem: Eine sehr aufregende Veranstaltung. Wir fahren zwar in der schwächsten Klasse aber haben vielleicht die stärkste Truppe im ganzen Fahrerlager. CU in Hockenheim!!

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